Presseberichte

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Rückblick: FrauenWelten 2025

Popcorn, Hotdogs und die erste Dirigentin

Mit zwei Filmen im Scheunenkino in Hohebuch gab es einen bittersüßen Abschluss der Reihe FrauenWelten vor vollen Rängen, die auch mit Männern besetzt waren. „Wir sind vollauf zufrieden mit der diesjährigen Resonanz und hoffen, Frauen zu motivieren, ihr Potenzial zu entfalten“, so Annalene Kober, Bildungsreferentin in Hohebuch, stellvertretend für alle Veranstalterinnen. Stilecht gab es neben kalten Getränken, Hotdogs und Popcorn zwei interessante Frauenfilme in entspannter Atmosphäre. Vor der Scheune konnten die Kino-Besucher an mit Wiesenblumen dekorierten Stehtischen ins Gespräch kommen um dann in der Scheune anschließend den Film zu genießen.

Am ersten Tag wurde mit „Die Frau des Nobelpreisträgers“ die fiktive Geschichte einer hervorragenden Schriftstellerin erzählt. Sie steht im Schatten ihres erfolgreichen Mannes, der den Nobelpreis für Literatur erhält, den eigentlich sie erhalten müsste. Am zweiten Tag wurde mit dem Spielfilm „Die Dirigentin“ das Porträt der US-Amerikanerin Antonia Brico gezeigt. Gegen alle Ablehnung ihrer männlichen Kollegen erkämpft sie sich mit Kreativität und Durchhaltevermögen den Weg mit dem Taktstock und dirigiert in den 1920er und 30er Jahren als erste Frau die New Yorker Philharmoniker. Obwohl sie in den USA ein erfolgreiches Frauenorchester gründete, hatte sie nie eine feste Anstellung. Im Abspann des Films kam die Bitterkeit erst recht zum Tragen: 2017 wurden die besten fünfzig Dirigenten aller Zeiten gewählt – darunter keine einzige Frau. Umso erfreulicher, dass es heute auch vor Ort in Hohenlohe Frauen als Dirigentinnen und Chorleiterinnen gibt. Für mehr Präsenz von Frauen in Führungspositionen und in öffentlichen Ämtern wie dem Gemeinderat, dafür steht die gemeinsame Veranstaltungsreihe, die in den beiden Landkreisen Hohenlohe und Schwäbisch Hall schon seit Jahren im Frühjahr und Sommer läuft. Unter dem Motto “Veränderung ist weiblich“ laden die Ländliche Heimvolkshochschule Hohebuch, die Evangelischen Bildungswerke Hohenlohe und Schwäbisch Hall sowie die Volkshochschulen Künzelsau und Schwäbisch Hall gemeinsam ein. Start der diesjährigen Reihe war mit „Valentinas Dinner“, einem Abend für Frauen und ihre Freundinnen am Valentinstag mit einem mehrgängigen Menü und tiefsinniger Unterhaltung durch die Langenburger Künstlerin Karin FU. Es folgte die Lesung mit der Autorin Cornelia Frettlöh zu ihrem spannenden Roman „Wutentbrannt“ über eine Frau, die mitten in Australien an einer Autobahnraststätte von ihrem Mann stehen gelassen wird und zu völlig neuen Entscheidungen gelangt. Im März erlaubte Dinah Rottschäfer, die Leiterin des Hällisch-Fränkischen Museums in Schwäbisch Hall, nachts im Museum einen ganz persönlichen Blick hinter die Kulissen. Mit Karin Thiele berichtete im April die renommierte Architektin aus Künzelsau über ihren beruflichen Weg und die Hindernisse, die sie nehmen musste. Im Mai pilgerte eine Frauengruppe rund um Künzelsau genau am „Vatertag“ auf den Spuren von Hohenloherinnen. Dass es auch nächstes Jahr wieder ein interessantes Programm geben wird, darüber sind sich alle Kooperationspartnerinnen einig. Nähere Informationen dazu gibt es auf den Homepages der Veranstalterinnen.

31.07.2025, Dr. Brigitte Gary