Presseberichte

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Abschluss zur Ausbildung: landwirtschaftliche Familienberatung

Reden hilft – gerade dort wo viel geschafft wird

Grund zu feiern für die landwirtschaftliche Familienberatung

In Hohebuch haben am 24. April mit großer Freude elf Auszubildende ihren Kurs in der landwirtschaftlichen Familienberatung mit einem Kolloquium abgeschlossen. Dabei wurde deutlich welche ein Wissensschatz in der intensiven, eineinhalbjährige Ausbildung gesammelt wurde. Diese begann im Dezember 2024 und orientierte sich an den bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards der Bundesarbeitsgemeinschaft der landwirtschaftlichen Familienberatungen (BAG).

Die Ausbildung war bewusst breit und tief angelegt: In 14 Modulen setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit ihrer eigenen Rolle als Beraterinnen und Berater auseinander, reflektierten ihre persönliche Prägung und entwickelten eine klare Haltung für die Begleitung von Familien. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Kommunikation und Beziehungsgestaltung – also genau dem, was auf vielen Höfen den Unterschied macht, wenn Gespräche wieder möglich werden.

Darüber hinaus wurden systemische Ansätze vermittelt, die helfen, Familie und Betrieb als zusammenhängendes System zu verstehen. Themen wie Generationskonflikte, Hofübergaben oder festgefahrene Entscheidungsprozesse konnten so aus neuen Perspektiven betrachtet werden. Auch der Umgang mit Krisen, Konflikten und persönlichen Belastungssituationen wurde praxisnah eingeübt.

Ein weiterer zentraler Bestandteil war das konkrete Einüben von Beratungssituationen: Wie gelingt ein guter Einstieg ins Gespräch? Wie können Prozesse strukturiert werden? Und wie findet man gemeinsam tragfähige Lösungen?

Das Besondere: Die Beratenden kommen selbst aus der Landwirtschaft. Sie kennen die Herausforderungen auf den Höfen aus eigener Erfahrung – und begegnen Ihnen auf Augenhöhe, vertraulich und ohne Bewertung.

Die Ausbildung stellt auch eine persönliche Bereicherung für die Teilnehmenden dar. So betont Regina Ellinger, Milchviehbäuerin aus Gaildorf und neue ehrenamtliche Familienberaterin: „„Die Ausbildung und das neu erworbenen Wissen, ebenso wie die tolle Gemeinschaft in unserer Gruppe, haben meinen Blick nachhaltig verändert. Das gegenseitiges Verständnis und die Wertschätzung habe ich nicht nur für die Beratungsarbeit, sondern auch für meinen privaten Alltag mitgenommen.“

Dass in dieser Gruppe nicht nur fachliche Kompetenz gewachsen ist, wurde dann auch bei der der feierlichen Verabschiedung im Rahmen des Hohebucherabends deutlich: Mit einem selbst verfassten Gedicht brachten die Teilnehmenden ihr neu erworbenes Wissen in kreative Verse. Dabei wurde spürbar, was die Ausbildung geprägt hat – gegenseitige Wertschätzung, Offenheit und eine empathische Haltung im Umgang miteinander.

Nach einem Rück- und Ausblick durch Sandra Weiß, die als Ausbilderin die Gruppe inhaltlich und menschlich geprägt hat, wurden anschließend die Zertifikate durch Zana Schmid-Mehic überreicht. Sie ist Geschäftsführerin der BAG, die bundesweit für die Sicherung der hohen Ausbildungsqualität verantwortlich ist.

Anika Bolten, Geschäftsführerin in Hohebuch bringt es bei ihrer Ansprache auf den Punkt „Gerade in diesen turbulenten Zeiten braucht es euch, als Menschen die nah dran an der Landwirtschaft und gleichzeitig fachlich und methodisch ausgebildet sind. Dadurch können Gespräche mit einem echten Mehrwert entstehen die dazu beitragen, dass das Leben auf den Höfen lebenswert bleibt“

Mit den neuen ehrenamtlichen Kräften werden die acht bereits engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt unterstützt und ergänzt, denn schließlich gilt bei den ehrenamtlich arbeitenden, dass trotz der neuen Aufgabe der Betrieb zuhause weiterlaufen muss. In der gemeinsamen Arbeit mit den hauptamtlich Beratenden entsteht beim Bauernwerk so ein starkes Netzwerk, das in ganz Württemberg im Einsatz ist.

 

Foto 1: Die neuen Absolventen der Ausbildung zum landwirtschaftlichen Familienberater in Hohebuch und Ausbilderin Sandra Weiß

Foto 2: Trainerin Sandra Weiß hat den Absolventen eine empathische Grundhaltung und Werkzeuge für eine Gesprächsführung die sich am ganzen Familiensystem orientierten mitgegeben

Foto 3: Dr. Anika Bolten, Geschäftsführerin in Hohebuch, freut sich, dass das evangelische Bauernwerk mit zertifizierten Fachkräften Landwirtsfamilien in herausfordernden Lebenslagen unterstützen kann