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Presse und Publikationen

Jahrestagung der Stadt-Land-Partnerschaft diskutierte in Hohebuch den Klimaschutz mit Messer und Gabel

Anlässlich der Jahrestagung der Stadt-Land-Partnerschaft im Evangelischen Bauernwerk hatte man sich ein aktuelles Thema vorgenommen: die Klimarelevanz des Einkaufs- und Ernährungs-verhaltens. Dazu referierte der verbraucherpolitische Referent der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Dr. Eckhard Benner vor rund 50 Teilnehmern in der Ländlichen Heimvolks-hochschule Hohebuch.

Eingangs wies er den Gesamtenergieverbrauch, welcher mit klimarelevanten Emissionen verbunden ist, nach Bedürfnisfeldern zu: die Ernährung kommt mit 20% gleich nach dem Wohnen (31%), Freizeit (17%), Gesundheit (12%) und Kleidung (6%) sowie Sonstiges (14%). Damit eröffnet das alltägliche Einkaufs- und Ernährungsverhalten für den Verbraucher die Möglichkeit, am Klimaschutz teilzunehmen.

Alleine 44% der Treibhausgase entstehen bei der Herstellung tierischer Erzeugnisse, während pflanzliche Lebensmittel nur 11% ausmachen. Ursache hierfür sei die so genannte Veredelung der pflanzlichen Futtermittel Gras, Mais und Soja zu Fleisch, Wurst, Milch und Molkereiprodukten. Dabei entstehe ein vielfacher Verlust an Energie, der bei den pflanzlichen Lebensmitteln völlig entfalle.

Der Verbraucherreferent machte deutlich, dass ein weiterer klimarelevanter Faktor der Transport der Lebensmittel sei: je vielgliedriger die logistischen Ketten auseinander gezogen seien, je weiter die Entfernung, umso mehr Kohlendioxid würde erzeugt. Ein Extrembeispiel machte Dr. Benner deutlich, wenn der Verbraucher alles auf einmal wolle: ein frisches, exotisches Produkt außerhalb der Saison, wie z.B. Erdbeeren im Winter. Dann würden solche Erzeugnisse in fernen Ländern oftmals unter Glas mit hohem Energieaufwand nicht nur erzeugt, sondern über weite Strecken, gar mit dem Flugzeug transportiert, was mit hohem Energieverbrauch einhergehe.

Die Diskussion drehte sich auch um ökologisch und konventionell erzeugte Nahrungsmittel. Tatsächlich konnte Dr. Benner belegen, dass durch die geringere mineralische Stickstoffdüngung im Ökolandbau sowohl Lachgas als auch CO2 reduziert werden könnten. Zusammenfassend gab er folgende Empfehlungen: regionale Lebensmittel, saisonales Obst und Gemüse aus dem Freiland, mehr pflanzliche und weniger tierische Erzeugnisse sowie frische Lebensmittel statt zubereitete Fertigprodukte, hergestellt durch möglichst energie-effiziente Haushaltsgeräte. Der Geschäfts-führer des Evangelischen Bauernwerks, Dr. Clemens Dirscherl zog daraus das Resumée: verantwortungsbewusstes Einkaufen und Ernähren sei für die Verbraucher eine Chance, Klimaschutz mit Messer und Gabel zu praktizieren, wobei nicht nur die Verantwortung, sondern der Genuss anstelle von Hektik und Verdruss im Alltag stehen sollte.

Waldenburg-Hohebuch, Dr. Clemens Dirscherl

 

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