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Presse und Publikationen

Jahresempfang beim Evang. Bauernwerk in Hohebuch

Am vergangenen Samstag lud das Evang. Bauernwerk alle Kooperationspartner, Geschäftspartner, Abgeordnete, Referenten, Mitglieder sowie ehemaligen und aktuelle Mitarbeiter zum Jahresempfang nach Hohebuch ein. Unter dem Titel „Bauernwerk 2030 – Herausforderungen und Akzente“ empfingen Vorsitzender Bernd Kraft, Geschäftsführer Wilfried Häfele und Landesbauernpfarrerin Gabriele Walcher-Quast rund 80 Gäste. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von einem ungewöhnlichen Duo. Michael Staudenmaier mit dem Alphorn und Ute Siebert am Klavier stimmten Blues an.

In seiner Ansprache geht Vorsitzender Bernd Kraft darauf ein, was auf die Landwirtschaft in Zukunft zukommen wird. Trotz spezialisierter Betriebe, gibt es gemeinsam Interessen und Bedürfnisse der Landwirte. Der praktizierende Landwirt stellt fest, dass die technische Fortentwicklung unser Land wettbewerbsfähig macht und Teil unseres Wohlstands ist. Dennoch möchte ein Teil der Bevölkerung die Landwirtschaft als Idyll sehen. Nicht nur dieser Widerspruch ist eine große Herausforderung für die Landwirte, sondern es gilt noch weiteren Anforderungen gerecht zu werden. Kraft nennt unter anderem qualitativ hochwertige Produkte erzeugen, mit technischer Entwicklung mithalten, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, sich im Ehrenamt engagieren und gleichzeitig eine entspanntes Familienleben führen. Beim Wort „entspannt“ geht ein ironisches Lachen durch den Raum, das die Unvereinbarkeit aller Ansprüche verdeutlicht.

Als Kirche will Kraft in Beruf, im Betrieb, im gesellschaftlichen Engagement unterstützen. Dabei sieht er die vielen verschiedenen Verantwortungen als Landwirt sowie die kirchlichen Infrastrukturen im ländlichen Raum als Handlungs- und Aufgabenfelder des Evang. Bauernwerks. Es ist wichtig, den Fragen nach dem Sinn des eigenen Tuns und der Spiritualität nachzugehen und die Wirklichkeiten von Bauern biblisch-theologisch zu beleuchten. Themen, die Leben und Glauben verbinden, werden im Bauernwerk aufgegriffen, wobei Hohebuch landesweit ausstrahlen darf. Weiter sieht Kraft einen Bildungsauftrag in der Befähigung zur gesellschaftlichen Teilhabe, denn jeder Mensch braucht eine Ausrichtung im Leben. Die Angebote von Hohebuch sollen weiterentwickelt und Dialoge gefördert werden. Dabei legt der Vorsitzende Wert auf die Blickwinkel der Kooperationspartner.

Auch der neue Geschäftsführer geht, nachdem er die Stationen seines bisherigen Werdegangs skizziert hat, auf die Entwicklung des Bauernwerks ein. Das Thema Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den Lebenslauf von Wilfried Häfele und er weiß, dass es starke Kräfte braucht, um Nachhaltigkeit voranzutreiben. Dabei sieht er in Hohebuch die Möglichkeit zur Bündelung der Kräfte und zur Entwicklung von Handlungsstrategien. Er sieht Hohebuch als Ort der Begegnung, des Dialogs und der Reflexion. Da unsere Gesellschaft – wir alle – durch Konsum Lebensraum zerstören, ist es unsere Verantwortung aktiv dagegenzuwirken. Nachhaltige Innovationen sind heute wirtschaftlich erfolgreich, aber es braucht ein breiteres Umdenken. Häfele betont, dass wir Begegnungen auf allen Ebenen, in allen Berufen und Schichten brauchen. Weiter greift er sämtliche Fragestellungen auf, die die Landwirte und Landwirtinnen bewegen. Unter anderem fragt der Geschäftsführer, ob das Tierwohl wichtiger sei als das Wohl der Landwirte. Er spricht von endlos vielen, dringlichen Fragen, die es gilt in Angriff zu nehmen.

Landesbauernpfarrerin Gabriele Walcher-Quast sieht die Weiterentwicklung des Evang. Bauernwerks im Prozess. Mit dem Blick auf die vergangene Winterarbeit erkennt sie die Stellung der Landwirtschaft in der Gesellschaft als drängendes Thema. Sie spricht sich für einen Dialog auf Augenhöhe aus und rät, mit landwirtschaftskritischen gesellschaftlichen Gruppierungen ins Gespräch zu gehen. Ein guter Ort dafür ist die Ländliche Heimvolkshochschule (HVHS) in Hohebuch. In ihrer Funktion als Schulleiterin sieht sie hier die Möglichkeit zur Begegnung unterschiedlicher Interessensgruppen. Die Heterogenität der Gast- und Seminargruppen macht das Tagungshaus zum idealen Ort für gesellschaftliche Vermittlungsprozesse. Themen wie „Ernährung“ und „ländlicher Raum“ sind als gesellschaftliche Anknüpfungspunkte brandaktuell. Wie ernähren wir uns? Was es braucht, dass Menschen gerne auf dem Land leben? Diese und weitere Fragen möchte Walcher-Quast ich ihrer Arbeit aufgreifen. Als Garant für eine gelungene Weiterentwicklung des Bauernwerks bis 2030 betont sie den Ausbau der ganzheitlichen Bildungsarbeit der HVHS, in der kreatives Schaffen, Persönlichkeitsbildung und gesellschaftspolitische Diskussionen ineinandergreifen und aufeinander bezogen werden.

Melanie Läpple Hohebuch, 16.04.2018

Vorsitzender Bernd Kraft

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