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Presse und Publikationen

Hohebucher Agrargespräch 2019

Anfang Januar lädt traditionell das Evangelische Bauernwerk zum Agrargespräch in die Ländliche Heimvolkshochschule Hohebuch ein. In diesem Jahr standen die Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2020 in der Europäischen Union im Fokus. Es gilt sich den Herausforderungen für die Zukunft von Ernährung und Landwirtschaft anzunehmen. Diese reichen von der Ländlichen Entwicklung über Innovation und Nachhaltigkeit sowie über Klimaschutz, Ernährungssicherheit und Risiko-Management bis zu Generationswechsel und faire Einkommen. Wie können die Fördermittel bestmöglich verteilt werden, um die zentralen Herausforderungen der GAP bestmöglich zu bewerkstelligen? Die Einen wollen das bisherige System der Direktzahlungen aus der ersten Säule zur Einkommenssicherung beibehalten. Die Anderen fordern den grundlegenden Umbau des Systems mit Kopplung an Gemeinwohlleistungen. Da es nicht die eine europäische Landwirtschaft gibt – so wie es auch nicht die eine deutsche Landwirtschaft gibt – sind die Bedürfnisse und Interessen je nach Region unterschiedlich und verlangen nach Berücksichtigung. Die Zielvorstellungen v.a. hinsichtlich Qualitätsanforderungen an die Nahrungsmittelerzeugung und Klima- und Umweltschutz sind europaweit dieselben.

Prof. Dr. Regina Birner von der Universität Hohenheim ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz. Dieser Beirat berät die Bundesregierung unter anderem bei der Erstellung des nationalen GAP-Strategieplans. Klimawandel und das weltweite Bevölkerungswachstum werden die Landwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten zunehmend fordern. Sie erklärte, dass neben der Einkommensstützung durch Subventionen zukünftig mehr Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft gefördert werden sollten. Sie wünscht sich eine gemeinwohlorientierte Agrarpolitik der EU nach 2020. Auch eine gerechtere Verteilung der Fördermittel zwischen großen und kleinen Betrieben mahnt Prof. Dr. Birner an.

Dr. Jürgen Buchwald ist Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, einem Bundesland welches sich strukturell nicht mit Baden-Württemberg vergleichen lässt. Seinem Ministerium ist es wichtig, dass die Förderung eine Grundförderung für alle Betriebe beinhaltet und darüber hinaus v.a. Junglandwirte oder auch besonders benachteiligte Gebiete gefördert werden. Freiwillige ökologische Zusatzleistungen sowie Gemeinwohlleistungen sollen in einer Höhe gleichwertigen bezuschusst werden, die die Landwirte ansonsten für eine andere Bewirtschaftung hätten erzielen können.

Heike Hespe leitet das Referat Agrarpolitik im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg. Sie erläutert warum das Zwei-Säulen-Modell erhalten bleiben, aber eine Stärkung der Fördermaßnahmen in der zweiten Säule erfolgen sollte. Etwa sollte mehr Geld für die Vorsorge gegen Wetterextreme und für Umweltleistungen zur Verfügung stehen. Die ersten Hektare sollten stärker gefördert und Bürokratie abgebaut werden. Eine Deckelung der Hektarprämien sollte fakultativ von jedem Mitgliedsland entschieden werden können.

An der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Referenten und den Referentinnen nahmen auch Charlotte Landes, Vorsitzende des Maschinen- und Betriebshilferings Crailsheim, und Bernd Kraft, Vorsitzender des Evang. Bauernwerks, als Vertreter des Berufsstandes unter Leitung von Wilfried Häfele, Geschäftsführer des Evang. Bauernwerks, teil. Uneingeschränkt teilen alle Redner und Zuhörer die Notwendigkeit zum Bürokratieabbau.

Foto (Bauernwerk): Diskussionsrunde: v.l.n.r. Kraft, Landes, Häfele, Hespe, Dr. Buchwald, Prof. Birner

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