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Vorträge und Referate

Friedliche Weihnachten


Ruhige, friedliche Weihnachten – wer wünscht sich das nicht? In aller Ruhe feiern mit den Menschen, die uns wichtig sind. Gut essen und trinken. Nicht zu viele, aber sorgfältig ausgesuchte Geschenke. Musik, Gottesdienst, die Weihnachtsgeschichte. Wenn möglich, ein paar Tage abschalten von den Nachrichten, die uns zu schaffen machen, über Terror, Krieg und Flucht. Keine Diskussion um „Massentierhaltung“.

Ruhige, friedliche Weihnachten – es ist nur zu verständlich, wenn viele von uns sich danach sehnen in diesen unruhigen Zeiten. Doch werden wir so ein Weihnachtsfest bekommen? Wenn nicht, können wir Weihnachten dann gleich ganz vergessen?

Weihnachten zu vergessen wäre etwas vom Traurigsten, das wir uns antun könnten. Weihnachten vergessen würde nämlich bedeuten: die Hoffnung vergessen. Die Hoffnung auf eine menschlichere, friedliche Welt. Wir brauchen Weihnachten, gerade weil es so viel Angst und Leid, Bosheit und Unfrieden gibt. Nicht erst seit Neuestem, obwohl es uns scheinen mag, als sei all das noch nie so schlimm und beängstigend gewesen wie dieses Jahr.

Bedenken wir, unter welchen Umständen Jesus geboren wird: In einer Notunterkunft, alles andere als idyllisch. Wenig später muss die Familie mit dem Neugeborenen vor grausamer Verfolgung fliehen. Dann, als Erwachsener, spricht Jesus denen Gottes besondere Nähe zu, die verfolgt werden und leiden, die auf Gewalt verzichten und Frieden stiften. Also Menschen, denen es wirklich schlecht geht, und solchen, die sich stark machen für andere Menschen, für Frieden und Gerechtigkeit.

Die Bibel ist ein realistisches Buch, weiß nur zu gut, wie rücksichtslos, grausam und (macht-)gierig wir Menschen sein können. Zugleich zündet sie mitten in der harten Realität des Lebens das Licht der Hoffnung an. Weil Gott diese zerrissene Welt nicht einfach ihrem Schicksal überlässt, sondern in die Welt kommt, als Mensch, als kleines, verletzliches Kind. Kein Gott, vor dem wir Angst haben müssten. Vielmehr einer, der Frieden bringt, auf den wir hoffen und vertrauen können.

Wie bringt uns Gott zu Weihnachten Frieden? Nun, der Friede beginnt tief in uns drin. Wenn uns die Texte und Lieder berühren, etwa der Zuspruch des Engels: „Fürchtet euch nicht!“ Wenn wir uns Zeit und Ruhe gönnen, dass Gott zu uns sprechen kann.

Das ist das Erste: Gott spricht uns den Frieden zu, bringt ihn in unser Herz. Das Zweite folgt dann: Ich suche und gehe Schritte auf dem Weg des Friedens. Das kann ein Schritt sein in Richtung Vergebung und Versöhnung, auf einen Menschen zu, mit dem ich es schwer habe und er mit mir. Auch die vielen, die sich einsetzen für Flüchtlinge und andere Menschen in Not, legen damit wichtige Spuren auf dem Weg des Friedens. Doch, noch einmal sei´s gesagt: Der Friede beginnt nicht mit unseren Aktivitäten, er beginnt tief in uns drin, ist Gottes Weihnachtsgeschenk für uns alle.

Ich wünsche Ihnen ein friedliches, gesegnetes Weihnachtsfest,

Ihr Jörg Dinger

(Dieser Text erschien in der Weihnachtsausgabe von BW Agrar Landwirtschaftliches Wochenblatt/ Schwäbischer Bauer)


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